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DuMont Reise-Handbuch Kanada – Rezension

Das DuMont Reise-Handbuch zum Osten Kanadas ist eine wahre Fundgrube mit vielfältigen Informationen zum „Land der Seen und Blockhäuser“ und nimmt auf knapp 500 Seiten die multikulturellen Metropolen Toronto und Montreal ebenso in den Blick wie die weiten Naturlandschaften Ontarios und Quebecs oder die rauen Küsten Neufundlands.

Die Autoren, Kurt Ohlhoff und Ole Helmhausen, gliedern ihren Reiseführer in zwei große Kapitel: „Wissenswertes über Ostkanada“ und „Unterwegs in Ostkanada“. Zunächst also stellen sie auf etwa 100 Seiten „Wissenswertes“, das heißt allgemeine Informationen über Natur und Umwelt, Politik, Wirtschaft und Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur sowie Essen und Trinken, vor. Dies sind quasi die Basisinformationen, die dem eigentlichen Reiseführer mit den Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten und touristischen Highlights vorangestellt sind, und die dem Leser zunächst Grundlegendes über Land und Leute vermitteln wollen. Und tatsächlich gewinnt man bereits nach jenen einführenden Kapiteln einen recht guten Eindruck von der Besonderheit gerade auch des Osten Kanadas – insbesondere auch in den Landschaftsbeschreibungen, wenn etwa die Rede ist von der größten Gesteinsplatte der Welt, von Binnenmeeren, wilden Küsten, von der Tierwelt und den Nationalparks.

DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Kanada, Der Osten

DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Kanada, Der Osten

Überaus gelungen sind dabei auch die Fotografien, die den Fließtext ergänzen, und das Beschriebene eindrucksvoll illustrieren. In der Kombination aus Beschreibung und Abbildungen, in der Mischung von Informativem und Illustrativem gewinnt der Reiseführer eine aparte Anschaulichkeit. Der Sprachstil ist dabei referierend-informativ, schwungvoll und flüssig zu lesen, dem Zweck der Wissensvermittlung angemessen.

Der zweite Teil des Buches „Unterwegs in Ostkanada“ bietet schließlich das, was man von einem Reiseführer, freilich nur von einem guten, erwartet: In einzelnen Kapiteln werden sämtliche erwähnenswerten Städte und Regionen – von Toronto bis hin zu Neufundland und Labrador – vorgestellt. In kleinteiligen Abschnitten, wiederum ergänzt durch Abbildungen des Beschriebenen, werden Sehenswürdigkeiten vorgestellt und wissenswerte Fakten – etwa zur Geschichte, Kultur oder Landschaft – vermittelt. Was im ersten Teil des Buches für ganz Ost-Kanada erfolgte, gelingt nun auch im Kleinen – ein Panorama vielfältiger Informationen eröffnet sich dem Interessierten, der ein sich zunehmend konkretisierendes Bild von Stadt, Mensch, Kultur und Gesellschaft der jeweiligen Region gewinnen kann.
Ergänzt werden diese Stadt-, Land-, Kultur-, und Gesellschaftsbeschreibungen aber noch durch ein Vielzahl an pragmatischen Informationen – das sind Öffnungszeiten, Anreisewege, detaillierte Wegbeschreibungen, Tipps für Hotels, Restaurants und Ausflugsempfehlungen. Zu jeder Stadt, zu jedem potentiellen Reiseziel finden sich derartige Informationen, die eine Orientierung vor Ort ungemein erleichtern dürften, und die nun eben von ganz und gar pragmatischem Nutzen sind.
Den Autoren ist es dadurch gelungen, Kultur-, Wander-, Camping- und Hotelführer in einem Buch zu vereinen, das im Grunde nach keiner zusätzlichen, weiterführenden Literatur mehr verlangt. Von besonderem Nutzen sind dabei vor allem auch die zahlreichen Karten, die im Kleinen hilfreich sind – für Wegbeschreibungen und der Orientierung in der jeweiligen Stadt -, aber auch im Großen – zur Orientierung in einem Land, das sich über eine Fläche von rund 9,98 Millionen Quadratkilometern erstreckt.
Immer wieder eingestreut werden außerdem kurze Themenseiten, die über Skurriles und Kapriziöses, über Absonderliches und Eigenartiges informieren – das kann die Geschichte des Aufenthaltsorts ebenso betreffen wie die Bräuche, Sitten und Gepflogenheiten der dort lebenden Menschen, wie Sportevents oder versteckte, unbekanntere „Flecken“, die trotzdem aber jederzeit einen Besuch wert wären.

Die Qualität dieses Reiseführers liegt also vor allem in der Informationsvielfalt – das meint in diesem Fall und Informationsquantität und Informationsqualität – und in seiner pragmatischen Nutzbarkeit, die durch Angabe beispielsweise von Adressen, Internetadressen und Telefonnummern für Hotels und Tourismusbüros unmittelbar gegeben ist. Durch die zahlreichen Karten, Abbildungen, vor allem aber auch durch die bunten Themenseiten gewinnt das Buch dabei, ganz abseits des rein Faktischen, zudem eine besondere atmosphärische Dichte, gewinnt eine plastische Anschaulichkeit, die der Lesbarkeit nutzt, ohne dem Informationsgehalt zu schaden. Der Reiseführer, kann somit festgehalten werden, ist am Leben und an der Praxis orientiert, ist gleichsam informativ wie illustrativ.

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