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Tierbeobachtungen in Kanada

Typisch für Kanada sind nicht nur hohe Berge und ursprüngliche Wälder, abgelegene Täler und die Weite der Prärie. Was die Faszination Kanada mindestens ebenso prägt sind die vielen Tiere, die sich in zahlreiche Schutzgebieten und Parks hervorragend beobachten lassen. Aus der ganzen Welt kommen Tierfreunde, Wissenschaftler und Naturfotografen, um die zum Teil stark bedrohten Tierarten aus nächster Nähe sehen und ihr Verhalten studieren zu können.
Da die Hauptwanderrouten aller amerikanischer Zugvögel durch Kanada verlaufen ist es nicht schwer, zahlreiche Vogelarten zu beobachten. Hervorragend dafür geeignet sind u.a. die Seen und Flussläufe im Norden Albertas, die jedes Jahr im Frühjahr und Herbst von Millionen Vögeln besucht werden. Besonders gut zur Vogelbeobachtung geeignet ist der Wood Buffalo Nationalpark mit dem größten Süßwasser-Flussdelta der Welt. Ebenfalls sehr beliebt unter Ornithologen sind u.a. auch die Oak Hammock Marsh nördlich von Winnipeg oder die Gegend um Churchill, wo sich alljährlich Wanderfalken und Schneeeulen, Kragenenten und Rosenmöwen ein Stelldichein geben.

Waschbär

Waschbär ©iStockphoto/lilly3

Apropos Churchill: Nicht umsonst ist die Stadt im Norden Manitobas auch als „Eisbärhauptstadt der Welt“ bekannt. Jeden Herbst versammeln sich die weißen Riesen an der Hudson Bay und warten darauf, dass die Bucht zufriert, damit sie auf der anderen Seite der Bay nach Seehunden jagen können. In dieser Zeit platzt Churchill fast aus allen Nähten: Aus allen Teilen der Welt reisen Neugierige an, die die Eisbären aus der Nähe erleben wollen. Seit einigen Jahren kommen daher Tundra Buggys (im Prinzip Busse mit Sicherheitsgittern, Aussichtsplattformen und extradicken geländegängigen Reifen) zum Einsatz, die zahlungskräftige Touristen für 1-2 Tage zu den Bären bringen. Die Eisbären in freier Wildbahn zu erleben ist ein überwältigendes Ereignis – ob es auch mehrere tausend Dollar wert ist, mag jeder selbst entscheiden. Zu Begegnungen mit Eisbären kann es übrigens auch in Churchill selbst kommen: Die hungrigen Bären haben in den letzten Jahren gelernt, dass es in der Stadt allerlei Fressbares gibt und machen immer wieder die Straßen von Churchill unsicher…
Aber nicht nur zahlreiche Vögel und Eisbären locken Tierfreunde und Naturfotografen nach Kanada, auch andere tierische Einwohner wie Grizzly oder Bison, Elch und Biber sind immer wieder beliebte Motive. Und auch die Küsten bieten jede Menge Möglichkeiten für Tierbeobachtungen: Insbesondere rund um Vancouver Island kann man teilweise schon von Land aus die gewaltigen Schwanzflossen der Buckelwale, die charakteristischen Finnen der Orcas und die artistischen Sprünge der Delfine sehen. Zahlreiche Anbieter von Whale Watching Touren sorgen dafür, dass man die sanften Riesen aus der Nähe beobachten kann. Noch spektakulärer sind nur Kayak-Touren, bei denen man sich den beeindruckenden Tieren fast geräuschlos und mit etwas Glück bis auf wenige Meter nähern kann. Aber Vorsicht, zu nahe sollte man den Tieren nicht kommen – ein Schlag mit der Schwanzflosse und das Kayak existiert nicht mehr…