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Die First Nations, Métis & Inuit

Obwohl die Nachfahren von Briten und Franzosen heute die Mehrheit der Bevölkerung in Kanada stellen ist Kanada ein Land, das auf besondere Weise von kultureller und ethnischer Vielfalt profitiert. Neben zahlreichen Einwanderern aus Europa und Asien sind es vor allem die sogenannten indigenen Ethnien (auch: First Peoples bzw. Aboriginal Peoples), die Leben und Kultur des Landes bereichern. Dabei unterscheidet man grob zwischen First Nations, Métis und Inuit.


Eine der wohl bekanntesten Volksgruppen sind die Inuit, fälschlicher Weise oftmals auch Eskimos genannt. Die Inuit leben in Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland, der arktische Raum ist ihre Heimat. Woher die Inuit ursprünglich kommen, ist bis heute nicht vollständig bekannt. Sehr wohl bekannt ist jedoch ihre Kultur, in der sich alles um das Überleben im ewigen Eis dreht. Noch heute ist es den Inuit erlaubt, zur Selbstversorgung und Bewahrung ihres kulturellen Erbes auf die Jagd nach Walen, Robben oder Eisbären zu gehen. Die traditionellen Kayaks werden jedoch mehr und mehr von Motorbooten abgelöst, die traditionellen Schlitten von Motorschlitten. Seit einigen Jahren ist eine grundlegende Veränderung der Lebensweise der Inuit zu beobachten: Westliche Gepflogenheiten und Standards halten Einzug in ihr Leben, die alte Lebensweise wird als veraltet und unbequem in den Hintergrund gedrängt. Aber es gibt Hoffnung: Man versucht, die alten Geschichten und Gesänge, Fertigkeiten und nicht zuletzt die Sprache im Rahmen von Projekten vor Ort für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Inuit

Inuit ©iStockphoto/Alison Conklin

Wussten Sie eigentlich, dass die Nachkommen von First Nations und Pelzhändlern eine eigene Ethnie darstellen? Die seit 1982 als indigenes Volk anerkannten Métis leben in ganz Kanada und Teilen der USA. Sie sind die Nachfahren europäischer Pelzhändler, etwa aus Frankreich oder Schottland, einerseits und Frauen der Cree, Anishinabe und Saulteaux andererseits. Dementsprechend unterscheidet sich ihre Kultur deutlich von der anderer indigener Ethnien – aber auch von der der weißen Bevölkerung. Verdeutlicht wird das beispielsweise durch das Michif, eine Art Kreolsprache aus Cree und Französisch, die bis heute zumindest noch verstanden und gepflegt wird.
In ganz Kanada gibt es fast 3.000 Reservate, in denen indigene Völker leben. Zwar trifft man sie auch durchaus in den größeren Städten des Landes an, die Reservate befinden sich jedoch meist im ehemaligen Siedlungsgebiet der Stämme. In Kanada anerkannt sind derzeit 615 Stämme. Der Großteil von ihnen verteilt sich auf die Provinzen British Columbia, Ontario, Saskatchewan, Manitoba und Alberta. Ihre Kultur ist heute zunehmend Teil der kanadischen Kultur: Im ganzen Land stößt man auf Totempfähle ebenso wie auf Siedlungen und Ausstellungen von Künstlern indigener Herkunft.

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